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Freizeit & Region
Ehrenamt hat in Deutschland eine lange Tradition – und es wird immer beliebter. Aktuell engagieren sich rund 28,8 Millionen Menschen freiwillig für das Gemeinwohl. Das bedeutet: etwa 40 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren setzen sich in ihrer Freizeit für andere ein – Tendenz steigend.
Die Gründe dafür sind vielfältig, doch im Kern geht es immer um eines: etwas Sinnvolles zu tun. Laut aktuellen Studien stehen Spaß und Freude (94 %) ganz oben auf der Liste der Motivationen, gefolgt von dem Wunsch, anderen zu helfen (88 %) und etwas fürs Gemeinwohl zu leisten (87 %). Auch der soziale Aspekt spielt eine große Rolle – viele Menschen engagieren sich, um neue Kontakte zu knüpfen (72 %) oder Gutes zurückzugeben (63 %).
Beliebte Bereiche des Ehrenamts:
Und: Das gesellschaftliche Ansehen des Ehrenamts ist enorm hoch.
96 % der Deutschen haben großen Respekt vor freiwilligem Engagement, 94 % halten es gerade in Krisenzeiten für besonders wichtig.
Fazit: Ehrenamtliche Tätigkeit ist keine Selbstverständlichkeit – sie ist ein Geschenk an die Gemeinschaft.
Ohne ehrenamtlich engagierte Menschen wäre das Leben in unserer Stadt deutlich ärmer. Sie stärken den sozialen Zusammenhalt, füllen Lücken, wo Unterstützung gebraucht wird, und machen Böblingen zu einem Ort, an dem Gemeinschaft zählt.
Ob in Vereinen, sozialen Projekten oder kulturellen Initiativen – überall engagieren sich Bürgerinnen und Bürger mit Zeit, Herzblut und Leidenschaft für das Gemeinwohl.
Auch die Stadtwerke Böblingen unterstützen diese Arbeit mit Spenden und Partnerschaften, um den Einsatz all jener zu würdigen, die sich tagtäglich für andere einsetzen. Denn: Ehrenamt ist das Fundament unserer Gemeinschaft – und das Herz unserer Stadt schlägt durch Menschen, die anpacken.
Die Natur erleben, Tiere pflegen und handwerkliche Fähigkeiten entwickeln: Die Jugendfarm Böblingen bietet Kindern und Jugendlichen einen geschützten Raum, in dem sie ihre Talente entdecken und ihre Stärken entfalten können. Hier geht es ums Mitmachen, Ausprobieren und ums gemeinsame Erleben.
Ulrike und Patrick Kosian engagieren sich mit großem Herzblut für die Jugendfarm. Sie berichten, dass ehrenamtliche Organisationen wie ihre immer wieder vor ähnlichen Herausforderungen stehen: neue Helferinnen und Helfer zu gewinnen und gleichzeitig den laufenden Betrieb zu sichern.
„Gerade in Zeiten zunehmender beruflicher und familiärer Verpflichtungen fällt es vielen schwer sich regelmäßig ehrenamtlich zu engagieren. Hinzu kommt der finanzielle Druck durch steigende Betriebskosten“, erzählen die beiden. „Doch was uns antreibt, sind die Freude und die Dankbarkeit der Kinder“.
„Die Jugendfarm ist heute wichtiger denn je“, sagt Ulrike Kosian. „Wir erleben, dass Kinder und Jugendliche zunehmend Zeit im digitalen Raum verbringen, während naturnahe Erlebnisse und gemeinschaftliches Arbeiten zunehmend seltener werden.“
Die Jugendfarm finanziert sich über Spenden und lebt von der Unterstützung engagierter Ehrenamtlicher. Jeder Beitrag zählt – ob durch Mithilfe, Sachspenden oder finanzielle Unterstützung.
Wenn Lebensmittel zu schade sind, um weggeworfen zu werden, und gleichzeitig viele Menschen auf Unterstützung angewiesen sind, wird das Ehrenamt zu einer Brücke zwischen Überfluss und Bedarf. Genau das leistet der Böblinger Tafelladen – eine Einrichtung, die Bedürftigen den Zugang zu Lebensmitteln zu stark reduzierten Preisen ermöglicht.
Alle Waren stammen aus Spenden und variieren täglich in ihrer Zusammensetzung. Einkaufberechtigt sind Personen mit geringem Einkommen, die einen entsprechenden Nachweis vorlegen können. Damit dieses System funktioniert, braucht es Menschen, die mit Herz, Zeit und Einsatzbereitschaft mitanpacken. Rund 70 Ehrenamtliche sorgen dafür, dass die Regale gefüllt sind und die Abläufe reibungslos funktionieren.
Petra Ländner, Leiterin des Böblinger Tafelladens, weiß, wie wertvoll dieses Engagement ist:
„Wir haben das große Glück, viele engagierte Mitarbeitende zu haben, die sich täglich einbringen, Hol- und Bringdienste übernehmen oder auch monatlich unterstützen.“
Doch auch hier zeigt sich: Die Anforderungen und Herausforderungen nehmen zu. Durch die wachsende Zahl an Geflüchteten ist der Versorgungsbedarf in den letzten Jahren deutlich gestiegen.
„Wir erleben zunehmend kulturelle Unterschiede im Verhalten gegenüber unseren Mitarbeitenden sowie anderen Kundinnen und Kunden“, so Petra Ländner.
Was die Helfer:innen dennoch antreibt, ist die Überzeugung, etwas Sinnvolles zu tun – und der Wunsch, der Gesellschaft etwas zurückzugeben.
„Unsere Beweggründe sind vielfältig“, erklärt Petra Ländner. „Viele möchten einfach etwas für das Gemeinwohl tun, andere wiederum wollen Organisationen unterstützen, die auf Hilfe angewiesen sind. Viele schätzen auch das Gefühl, gebraucht zu werden – es gibt ihrem Alltag Struktur und Sinn.“
Die Arbeit im Tafelladen ist nicht immer leicht, aber sie schenkt auch Kraft. Besonders die Wertschätzung der Kundinnen und Kunden, kleine Gesten des Dankes und das Wissen, konkret helfen zu können, motivieren das Team Tag für Tag.
Ob in der Jugendfarm, im Tafelladen oder in anderen Vereinen und Initiativen – Ehrenamt ist das Herzstück unserer Gemeinschaft in und um Böblingen. Es sind die Menschen, die mit Zeit, Herzblut und Engagement dazu beitragen, dass die Region Böblingen lebens- und liebenswert bleibt.
Ihr Einsatz zeigt: Verantwortung zu übernehmen bedeutet nicht nur, anderen zu helfen, sondern auch, Teil von etwas Größerem zu sein. Jeder Beitrag – ob groß oder klein – macht einen Unterschied.
Auch die Stadtwerke Böblingen möchten dieses Engagement sichtbar machen und wertschätzen. Denn als regional verankertes Unternehmen stehen sie für das, was Böblingen ausmacht: Zusammenhalt, Nachhaltigkeit und Menschlichkeit.
Christine Tomschi
Kaufmännische Geschäftsführerin der Stadtwerke Böblingen
Ein starkes Böblingen lebt vom Mitmachen. Wer sich engagiert, verändert nicht nur das Leben anderer – sondern auch das eigene.
Sie möchten sich in Böblingen engagieren? Hier finden Sie Anlaufstellen und Organisationen, die sich über Unterstützung freuen.