Nachhaltigkeit & Klimaschutz

Heizkosten sparen im Winter: Tipps für Mieter & Eigenheimbesitzer

Heizkosten sparen:
Wer Heizkosten reduziert, spart ordentlich Geld. Wir zeigen, dass es gar nicht so schwer ist seine Heizkosten zu senken.

Spätestens jetzt im Winter wird klar: Wer Heizkosten reduziert, spart ordentlich Geld. Die hohen Preise zwingen viele Haushalte zum Energiesparen. Dabei ist es gar nicht schwer, seine Heizkosten zu senken. Sowohl in der Mietwohnung als auch im eigenen Haus können Sie viel tun!

Wie hoch ist der Anteil der Heizkosten an allen Energiekosten?

Was viele nicht wissen: Rund 70 Prozent des Energieverbrauchs im Haushalt werden alleine für die Raumwärme benötigt – obwohl gar nicht das ganze Jahr über geheizt wird. Dazu kommt der Energiebedarf für Warmwasser (ca. 12-15 Prozent), der entweder auch über die Heizungsanlage bereitgestellt wird oder mit Strom. Die restlichen ca. 15 Prozent verteilen sich auf Elektrogeräte, Beleuchtung usw.

Der Anteil der Heizenergie am Gesamt-Energieverbrauch wird oft unterschätzt. Das liegt an den unterschiedlichen Preisen für Strom und Wärme: Eine Kilowattstunde Strom war in den vergangenen Jahren deutlich teurer als zum Beispiel eine Kilowattstunde Gas. In vielen Haushalten ist die monatliche Rate für Strom deshalb um einiges höher als die für Wärme.

Unser Tipp: Suchen Sie sich die Abrechnungen der letzten Jahre heraus und vergleichen Sie, wie viel Strom bzw. Wärme Sie verbrauchen. Denn je nach Größe und Standard der Wohnung bzw. des Hauses kann es hier große Unterschiede geben. Unabhängig davon, mit welchem Energieträger Sie heizen: Die Heizung ist der größte Hebel beim Energiesparen – und bei den hohen Preisen derzeit auch beim Geld sparen.

Womit wird in Deutschland geheizt?

Rund die Hälfte der Wohnungen in Deutschland wird mit Erdgas beheizt, ein Viertel mit Heizöl. Gas- und Ölheizungen sind also nach wie vor die häufigsten Heizungsarten. Fernwärme wird in ca. 14 Prozent der Wohnungen genutzt. Wärmepumpen sind zwar in aller Munde und im Neubau erste Wahl, spielen in der Masse aber noch keine große Rolle (12/2020: 2,6 Prozent). Der Rest verteilt sich auf Holz, Holzpellets, Strom (Nachtspeicherheizungen) und sonstige.

Wie ist die Entwicklung der Heizkosten in Deutschland?

Schon im Jahr 2021 stiegen die Energiepreise deutlich an. Grund dafür war die anziehende Konjunktur nach der Corona-Pandemie – weltweit stieg die Nachfrage nach Rohstoffen und Energie. Mit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine verschärfte sich diese Situation weiter. 2022 lagen die Preise teils um ein Vielfaches über den Durchschnittspreisen der vergangenen Jahre.

Dies betraf bei den Heizkosten querbeet alle Energieträger – von Heizöl und Erdgas über Pellets bis zu Fernwärme und Strom für Wärmepumpen. Allerdings gibt es Unterschiede: Am moderatesten waren die Preissteigerungen bei Fernwärme. Die größte Preissteigerung betraf laut einer Statistik der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online Heizöl.

Mit welcher Heizung spart man nun am meisten Geld? Am Beispiel einer 70 m2 großen Wohnung in einem Mehrfamilienhaus hat co2online die Heizkosten für verschiedene Heizungsarten gegenübergestellt: So werden bei einer Ölheizung Kosten von durchschnittlich 1.440 Euro prognostiziert, bei einer Gasheizung 1.370 Euro, Wärmepumpe 1.285 Euro, Fernwärme 1.045 Euro und Holzpellets 890 Euro (Berechnung vom September 2022).

Grafik zur Entwicklung der Heizkosten in Deutschland

Heizkosten sparen: Die besten Tipps für Eigentümer

Den größten Einfluss auf die Heizkosten hat der Standard des Gebäudes. Wer im Eigenheim lebt, hat viele Möglichkeiten, Energie zu sparen.

  • Dämmen der Gebäudehülle: Sie wohnen im eigenen Haus? Dann ist die beste Methode, um Heizenergie zu sparen, das Dämmen der Gebäudehülle. Zur Gebäudehülle zählen die Außenwände, das Dach, die Fenster, die Haustüren und die Kellerdecke. Ein ungedämmtes Haus verbraucht um ein Vielfaches mehr an Heizenergie als ein gut gedämmtes Gebäude.
  • Kellerdecke dämmen: Am schnellsten umgesetzt ist das Dämmen der Kellerdecke. Das kann man auch selbst machen.
  • Heizungsrohre isolieren: Bei der Gelegenheit sollten auch gleich Heizungs- und Warmwasserrohre, die noch nicht isoliert sind, mit einem Mantel versehen werden.
  • Oberste Geschossdecke dämmen: Wird der Dachboden nicht als Wohnraum genutzt, sollte die oberste Geschossdecke gedämmt werden. Auch das ist eine effektive Maßnahme, um seine Heizkosten zu reduzieren, und schnell umzusetzen.
  • Fenster abdichten: Wenn es an den Fenstern zieht, sollte man überprüfen, ob die Fenster dicht sind, zum Beispiel mit einem Blatt Papier zwischen Fenster und Rahmen. Mit Dichtungsband aus dem Baumarkt lassen sich undichte Fenster abdichten.
  • Heizungsregelung überprüfen: Eine gut geregelte Heizung verbraucht viel weniger Energie als eine schlecht eingestellte. Mit der Bedienungsanleitung kann man dies überprüfen – meist sind zu hohe Vorlauftemperaturen eingestellt. Programmiert werden kann auch eine Nachtabsenkung.
    Ein Fachmann kann auch einen hydraulischen Abgleich vornehmen.
    Beim Brauchwasser gilt: Um Legionellen vorzubeugen, muss mindestens einmal pro Woche das Wasser auf über 60 Grad erhitzt werden (Legionellenschaltung) – es muss aber nicht dauerhaft sein.
  • Heizungspumpe: Werfen Sie auch einen Blick auf die Heizungspumpe: Alte, ungeregelte Pumpen verbrauchen viel Strom. Im Sommer kann die Umwälzpumpe für die Heizung ausgeschaltet werden.
  • Heizungstausch: Wenn Ihre Heizung älter als 15 oder 20 Jahre ist, sollten Sie über einen Austausch nachdenken. Wer vorher sein Haus dämmt, braucht weniger Heizleistung und kann zum Beispiel auf Wärmepumpen setzen.

Einfache Tipps, wie auch Mieter ihre Heizkosten senken können

Ob im Eigenheim oder in der Mietwohnung: Sparsam heizen zahlt sich aus! Wir zeigen Ihnen, wie sie energiesparend und damit richtig heizen.

  • Ein Grad weniger: Eine Faustformel besagt: Ein Grad weniger bringt 6-7 Prozent Energieeinsparung! Damit lässt sich ordentlich Geld sparen. Für Wohnräume wurden bisher 20-22 Grad empfohlen – wer sparen will, sollte es etwas kühler haben. Im Schlafzimmer ruht es sich sowieso bei 16-18 Grad am besten. Zu kalt sollte es aber nicht sein, sonst besteht Schimmelgefahr, vor allem an ungedämmten und damit kalten Außenwänden.
  • Richtig lüften: Umso wichtiger ist ausreichendes und richtiges Lüften! Richtiges Lüften bedeutet: Kein Dauerlüften bei gekipptem Fenster, auch nicht in Bad und Küche, sondern gezieltes und regelmäßiges Stoßlüften bei weit geöffneten Fenstern. Dann kann die feuchte Luft schnell entweichen, ohne dass Möbel und Wände auskühlen.
  • Türen schließen: Schließen Sie die Türen zwischen Ihren Räumen. So vermeiden Sie, dass sich Dämpfe aus Bad und Küche in der Wohnung verteilen. Außerdem können Sie so die Temperatur in den Räumen unterschiedlich einstellen.
  • Thermostate nutzen: Beim Einstellen der Temperatur hilft ein Thermostat. Je nach eingestellter Zahl heizen sie bis zu einer bestimmten Temperatur. Wer sich programmierbare Thermostate anschafft, kann auch unterschiedliche Temperaturen für Tag und Nacht einstellen.
  • Heizkörper nicht zustellen: Damit Ihre Heizung gut arbeiten kann, sollte sie nicht mit Möbeln zugestellt werden. Auch Vorhänge sollten nicht über die Heizung hängen.
  • Heizkörper reinigen: Mit der Zeit sammelt sich Staub an den Heizkörperblechen und Thermostaten, was die Leistung verschlechtert. Den Staub kann man mit einer geeigneten Bürste entfernen. Die Abdeckung nimmt man dafür vorher ab. Thermostate kann man abschrauben und in lauwarmem Wasser reinigen. Auch solche kleinen Maßnahmen helfen beim Heizkosten sparen.
  • Heizkörper entlüften: Wenn es gluckert, sollte die Heizung entlüftet werden – in Mehrfamilienhäusern am besten mit dem Vermieter sprechen! Anleitungen zum Heizkörper entlüften finden sich im Netz.
  • Rollläden runterlassen: Schließen Sie nachts die Rollläden. So werden gerade in kalten Winternächten Wärmeverluste über die Fensterflächen reduziert. Auch Vorhänge helfen dabei.
  • Wärme speichern: Hilfreich sind Teppiche. Sie speichern Wärme und verhindern kalte Böden. Damit ist es auch bei niedrigeren Raumtemperaturen behaglich.
  • Weniger Warmwasser verbrauchen: Nicht nur das Heizen, auch das Erhitzen des Wassers braucht viel Energie – egal ob über Gasthermen oder elektrische Durchlauferhitzer. Deshalb kann man Energie und Geld sparen, wenn man weniger lang bzw. weniger heiß duscht. Und klar müsste auch sein: Beim Einseifen wird das Wasser abgedreht!
  • Wassersparender Duschkopf: Sinnvoll ist ein wassersparender Duschkopf. Bei Spar-Duschköpfen wird Luft beigemischt, so dass trotz weniger Wasser das gleiche Gefühl auf der Haut bleibt. Um bis zu 50 Prozent kann man den Verbrauch damit reduzieren.